User CAL oder Device CAL – welche Zugriffslizenz ist sinnvoll? Wir erklären die Unterschiede, Einsatzszenarien und geben eine klare Entscheidungshilfe.
Was sind CALs überhaupt?
CAL steht für Client Access License.
Wenn ein Unternehmen einen Windows Server betreibt, reicht die Serverlizenz allein nicht aus. Jeder Zugriff auf den Server benötigt zusätzlich eine passende Zugriffslizenz (CAL).
Typischerweise betrifft das:
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Datei- und Druckserver
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Active Directory
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Remote Desktop Services
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Exchange- oder SQL-Server
1. Was ist eine User CAL?
Eine User CAL lizenziert einen einzelnen Benutzer.
👉 Der lizenzierte Nutzer darf von beliebig vielen Geräten auf den Server zugreifen.
Typisches Szenario:
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Ein Mitarbeiter nutzt:
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Büro-PC
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Laptop
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Smartphone
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Tablet
-
Mit einer User CAL darf er mit all diesen Geräten zugreifen.
2. Was ist eine Device CAL?
Eine Device CAL lizenziert ein einzelnes Gerät.
👉 Das lizenzierte Gerät darf von beliebig vielen Benutzern verwendet werden, um auf den Server zuzugreifen.
Typisches Szenario:
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Schichtbetrieb
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Produktions-PC
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Terminal im Lager
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Schulungsraum-PC
Mehrere Personen arbeiten am gleichen Gerät.
3. Der direkte Vergleich
| Kriterium | User CAL | Device CAL |
|---|---|---|
| Lizenz bezieht sich auf | Person | Gerät |
| Mehrere Geräte pro Nutzer | ✔ | ❌ |
| Mehrere Nutzer pro Gerät | ❌ | ✔ |
| Ideal für | Mobile Mitarbeiter | Schichtbetrieb |
| Flexibilität | Hoch | Gerätegebunden |
4. Welche CAL ist wirtschaftlicher?
Die Entscheidung hängt von der Struktur deines Unternehmens ab.
User CAL ist sinnvoll, wenn:
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Mitarbeiter mehrere Geräte nutzen
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Homeoffice verbreitet ist
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BYOD (Bring Your Own Device) genutzt wird
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Flexible Arbeitsmodelle bestehen
Device CAL ist sinnvoll, wenn:
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Viele Mitarbeiter einen gemeinsamen PC nutzen
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Schichtsysteme existieren
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Feste Arbeitsplatzrechner dominieren
5. Rechenbeispiel
Beispiel A:
10 Mitarbeiter, jeder nutzt 3 Geräte
→ 10 User CALs reichen aus
Mit Device CALs bräuchtest du 30 Lizenzen.
Beispiel B:
30 Mitarbeiter im 3-Schicht-System
10 gemeinsam genutzte PCs
→ 10 Device CALs reichen aus
Mit User CALs wären es 30 Lizenzen.
6. Kann man User- und Device-CALs mischen?
Ja.
Es ist möglich, beide Modelle innerhalb derselben Serverumgebung zu kombinieren. Das ist besonders sinnvoll bei gemischten Arbeitsmodellen.
7. Häufige Fehler
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Serverlizenz ohne CALs einplanen
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Remote Desktop CALs mit normalen Windows CALs verwechseln
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Zu wenige Lizenzen kaufen
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Mobile Geräte nicht berücksichtigen
8. Sonderfall: RDS CALs
Für Remote Desktop Services werden zusätzliche RDS-CALs benötigt – ebenfalls als User oder Device Variante.
Normale Windows Server CALs reichen hier nicht aus.
Fazit
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User CAL = Lizenz pro Person
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Device CAL = Lizenz pro Gerät
Die wirtschaftlich bessere Lösung hängt von der Arbeitsstruktur ab.
👉 Viele moderne Unternehmen profitieren von User CALs aufgrund von Homeoffice und Multi-Device-Nutzung.
👉 Klassische Produktions- oder Schulungsumgebungen profitieren häufig von Device CALs.


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